Begegnung mit dem Tod

“Endlich wieder einer gestorben” – einer meiner Söhne hat sich entschlossen, vor Antritt seiner Ausbildung dem Vaterland zu dienen, und sieht noch bis zum April jeden Tag dem Tod ins Auge. Nicht dem eigenen zwar, aber verändert hat ihn diese Erfahrung dennoch.

Menschen sterben, und man sollte meinen, Kinder, die in einer halbwegs großen Familie aufwachsen, würden eher früher als später automatisch mit dem Tod konfrontiert. Großeltern sterben, Onkel und Tanten, Haustiere – doch gerade, was den Tod von Menschen betrifft, greifen viele Eltern zu Euphemismen und Tarnungen, um ihre Kinder (und sich selbst) vor der all zu heftigen Konfrontation zu schützen: Wir verstecken unsere Toten in Holzkisten, die wir eilig in der Erde vergraben, wir gebrauchen Redewendungen wie “von uns gegangen”, “eingeschlafen” oder “an einem besseren Ort”, statt die Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Ich selbst war 40, als ich den ersten Leichnam sah, den meiner Mutter (dazu später mehr). Bis dahin, so denke ich, habe ich zwar an nicht zu wenigen Beerdigungen teilgenommen, Abschied und Trauer habe ich so kennen gelernt, aber nicht das Phänomen Tod an sich. Den ganzen Beitrag lesen

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