Familienzuwachs: Das Getrappel (ganz) kleiner Füßchen

Wenn der Nachwuchs das fortgeschrittene Teenager-Alter erreicht, kann sich auch ein alleinerziehender Vater nicht mehr sicher sein, dass sich seine Familie nicht urplötzlich vergrößert. Meine Kleine hatte mich zwar schon eine Weile darauf vorbereitet, aber es war doch ein ganz besonderes Gefühl, heute zum ersten Mal ihr kleines Mädchen im Arm zu halten – sie hat ihm den Namen „Miss Cookie“ gegeben, aber es wäre voreilig, mich deshalb schon als Opa zu titulieren: Miss Cookie ist ein süßes, flauschiges Teddy-Hamster-Weibchen im Hamster-Teenager-Alter.

Erst vor ein dreieinhalb Monaten ist einer, der zu uns gehörte, für immer von uns gegangen. Aber, wie wohl immer im Leben, ist die bittere Trauer im Laufe der Zeit einer tiefen Sehnsucht gewichen. Und mein Töchterchen meinte, die Lücke in ihrem Leben durch ein neues Familienmitglied füllen zu müssen – Miss Cookie eben. Eigentlich hätte ihr Hamster-Nachwuchs „Geronimo“ heißen sollen, aber in der Tierhandlung begann ihr Herz beim Anblick eines ganz speziellen dunklen Fellkneuels heftiger zu schlagen – und der Verkäufer erkannte treffsicher: „Das ist ein Mädchen. Aber keine Angst, wenn da schon etwas unterwegs sein sollte, dürfen Sie uns den Nachwuchs gern zurück bringen.“

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Schluss mit den guten Vorsätzen: Warum auch die besten Absichten nicht ausreichen

Alle Jahre wieder schlägt die Stunde der Absichts-Erklärer: Wenn das neue Jahr in greifbare Nähe rückt, geht so manchem durch den Kopf, was er in Zukunft gern ändern würde: Weniger arbeiten, mehr Zeit mit den Kindern verbringen, abnehmen, mehr Sport treiben… Doch egal, wie lautstark jemand seine guten Vorsätze verkündet, oft wirft er sie über Bord, noch bevor der Januar vorbei ist.

Wenn gute Vorsätze nicht in die Tat umgesetzt werden, hat das meist gleich mehrere Gründe. Im Rückblick auf immerhin über 40 Jahreswechsel kann ich allerdings einen Hauptgrund ausmachen: Auch wenn ich sie verkündet hatte, waren es doch nicht immer meine guten Vorsätze, sondern die Tipps, Empfehlungen oder Wünsche von Menschen, die besser als ich zu wissen schienen, was gut für mich war: Den ganzen Beitrag lesen

Von wegen erwachsen: Gericht verlangt „Erziehungsmaßnahmen“ bei erwachsener Tochter

Böses Mädchen! Nein, nicht meine Kleine, die ist ja auch erst 16. Aber die erwachsene Tochter eines Vaters, der sich vor dem Landgericht Düsseldorf zu verantworten hatte und verurteilt wurde. Eine strafbare Handlung kann ihm zwar nicht nachgewiesen werden, aber offenbar hat seine Tochter das Album eines Rappers über die Tauschbörse „Edonkey“ zum Download angeboten. Seine erwachsene (!) Tochter. Trotz Volljährigkeit der jungen Frau mit dem verirrten Musikgeschmack hatte das Gericht „Sicherungs- und/oder Erziehungsmaßnahmen“ erwartet, die der Vater zu verhängen versäumt hatte.

Erziehungsmaßnahmen bei einer volljährigen Tochter? Nun ja, ohne ausdrückliche Zustimmung Ihrer volljährigen Kinder dürfen deren Lehrer Ihnen am Elternsprechtag nicht einmal verraten, ob die Versetzung gefährdet ist. Auch der fehlgeleitete Musikgeschmack dürfte dem Vater nicht anzulasten sein, den bringt die Pubertät nun einmal mit sich – wobei ich persönlich es bei meinen Großen zumindest durchsetzen konnte, den Krawall während meiner regulären Arbeitszeit auf Zimmerlautstärke zu belassen. Aber um Geschmack geht es in dem Urteil ja auch nicht – sondern um „Erziehungs- und Sicherungsmaßnahmen“. Den ganzen Beitrag lesen

Manchmal ist ’nein‘ die bessere Antwort

Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein! Alles was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

Matthäus 5, 37

Ja-Sager leben bequemer: Sie müssen sich nicht das Gequengel unzufriedener Kinder anhören, werden von Telefonverkäufern und Versicherungsvertretern geliebt, bringen aus dem Orient-Urlaub stets die erlesensten Teppiche mit und besitzen die größten Sammlungen an Zeitschriften-Abonnements, Plastikschüsseln und Nahrungsergänzungsmitteln. Nur drei Dinge drohen, dabei zu verkümmern: Ihr Kontostand, ihr Ego und ihre Kinder.

„Ja“, so predigen Vertreter des positiven Denkens seit Jahrzehnten, ist keine Option, es ist die einzig richtige Antwort. So klug sich die Begründungen für diese These anhören mögen, in der Praxis ist sie völliger Blödsinn. Den ganzen Beitrag lesen

Macht Liebe glücklich?

Wenn man den großen Klassikern glaubt: Nein! Schillers „Kabale und Liebe“, Goethes „Leiden des jungen Werther“, Shakespears „Romeo und Julia“, sie alle enden mit dem mehr oder minder freiwilligen Tod des oder der Liebenden, die so dem Unglück zu entgehen suchen, das die Liebe über sie gebracht hat. Und auch die modernen Volkspoeten sehen das kaum anders: „Love hurts“, wusste die schottische Hardrockband Nazareth, „Altes Arschloch Liebe“ beschimpft Bela B dieses Gefühl, und wohl selten hat einer ein gebrochenes Herz deprimierender in Musik gefasst als James Blunt mit „Goodbye My Lover“.

Liebe kann, wenn sie unerfüllt bleibt oder endet, zutiefst unglücklich machen. Sie raubt den Schlaf, vernichtet die Begeisterung, nimmt dem Leben jede Farbe. Bei mir dauerte es Monate, bei manch anderem sind es Jahre, bis Körper und Seele sich erholen.

„Such dir doch wieder eine Freundin“ – diesen Rat musste ich mir bereits kurz nach der Trennung von vielen Seiten anhören. Wie kommt es, dass Menschen, die es gut mit einem meinen, dennoch solche Ratschläge geben? Vielleicht, weil sie wissen, dass Liebe eben doch glücklich macht. Nicht für die Ewigkeit vielleicht, aber für den Augenblick, manchmal sogar für viele Jahre. Nicht immer verhindern Intrigen und Standesdünkel die Beziehung, wie es Schiller beschreibt, nicht immer bleibt das Sehnen des Herzens unerhört, wie bei Goethe, und dass eine große Liebe mit gemeinsamem Suizid endet, ist dann doch wirklich die große Ausnahme.

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