Zeit sparen, in Form bleiben

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Die Just-in-Time-Technik nimmt die Angst vor großen Arbeitsbergen. Denn Sie tun ja immer nur so viel, wie gerade nötig ist und lassen den Rest liegen, bis die Zeit dafür gekommen ist. Allerdings ist die Just-in-time-Technik nicht universell einsetzbar. In einigen Bereichen bilden sich sonst ansehnliche Stapel von Arbeit, deren schierer Anblick bei Ihnen Stress auslöst.

Die zweite in der Wirtschaft populäre Arbeitstechnik heißt „Outsourcing“. Damit ist das Auslagern von Arbeiten an externe Unternehmen gemeint. So setzen die meisten Unternehmen externe Dienstleister für die Gebäudereinigung, die Wartung des Fuhrparks oder den Betrieb der Kantine ein. Wenn Sie Ihr Auto in die Werkstatt bringen, statt es selbst zu reparieren, ist das eine Form von Outsourcing.

Bevor Sie weiter darüber nachdenken, sollten Sie sich zwei Tatsachen über das Outsourcing vor Augen führen:

Mit diesen Gedanken im Sinn können Sie darüber nachdenken, welche Ihrer Aufgaben Sie auslagern können. Es ist nicht ehrenrührig, für 100 Euro im Monat eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, oder jemandem dafür Geld zu zahlen, dass er Ihren Rasen mäht. Ihre Kernaufgabe ist nicht der Haushalt, und streng genommen nicht einmal Ihre Erwerbstätigkeit, sondern – gerade weil Sie allein sind – für Ihre Kinder da zu sein. Das ist der einzige Bereich, in dem ich auf Outsourcing immer verzichten würde. Rasen mähen: 5 Euro; Hemden bügeln: 10 Euro; für seine Kinder da sein: unbezahlbar!

Zeit für Fitness

Einer der Gründe, die mich davon abhielten, mich öfter mal auf mein Fahrrad zu setzen oder mit den Hunden eine größere Runde zu drehen war mein schlechtes Gewissen. Zu Hause war so viel Arbeit, der eine oder andere Auftrag war überfällig, die Küche musste dringend mal wieder geputzt werden, da war noch ein Stapel Wäsche zum Zusammenlegen… und ich sollte mich erdreisten, alles stehen und liegen zu lassen, und einfach nur aus Spaß ein paar Runden mit dem Rad drehen? Das ging nicht.

Erst nach der weiter oben erwähnten Grippe leuchtete mir ein, dass ich meine Einstellung drastisch ändern musste. Es ging nicht darum, „einfach nur Spaß“ zu haben, sondern darum, meine Gesundheit zu erhalten.

Ich würde noch mindestens zehn Jahre für meine Kinder da sein müssen, und es lag mir fern, am Ende dieser zehn Jahre mit einem Herzinfarkt von der Bildfläche abzutreten, oder schon früher ernsthaft zu erkranken, bloß, weil ein Stapel Wäsche mich vom Radfahren abgehalten hatte.

An diesem Punkt beschloss ich, regelmäßige Bewegung in meinen Terminplan aufzunehmen, und zwar gleichrangig neben „Bügeln“, „Essen kochen“, „Einkaufen“ und ähnlichen Lebensnotwendigkeiten.

Ich persönlich favorisiere das Fahrrad als Sportgerät. Es ist gleichzeitig ein Transportmittel, so dass sich beispielsweise die Aufgabe „Bewegung“ und die Aufgabe „Einkaufen“ miteinander kombinieren lassen. Man kann diesen Sport allein oder in der Gruppe betreiben, und wenn draußen die Sonne scheint, gibt es keine familienfreundlichere Beschäftigung als eine gemeinsame Radtour. Auch wenn meine Kinder mir regelmäßig beweisen müssen, dass sie schneller sind als ich.

Es gibt jedoch noch mehr Möglichkeiten, sich so häufig wie möglich Bewegung zu verschaffen. Voraussetzung ist nur, dass man die Augen offen hält. Vor meiner Selbständigkeit habe ich im dritten Stock eines Bürohauses gearbeitet, und war überrascht, zu beobachten, dass mein Chef grundsätzlich die Treppe benutzte, wenn ich in den Lift stieg. Auf diese Art verschaffte er sich vier Mal am Tag Bewegung, während ich und viele Kollegen lediglich still standen, und warteten, bis sich die Lift-Türen wieder öffneten.

Wer nicht genug Selbstdisziplin für einen Individualsport wie das Radfahren aufbringt, kann sich natürlich auch in ein Fitnessstudio einschreiben, wo er den Ansporn durch Gleichgesinnte hat, und außerdem von erfahrenen Trainern auf Fehler aufmerksam gemacht wird. Aber das geht unter Umständen ganz schön ins Geld.

Und gegen die Lustlosigkeit gibt es ein Rezept.

Als ich mich entschlossen hatte, wieder regelmäßig aufs Rad zu steigen, unternahm ich als erstes eine Tour mit meinem Freund Guido, der ohnehin regelmäßig Sport treibt, und daher damals eine mindestens um den Faktor 4 bessere Kondition hatte. Weil ich mir keine Blöße geben wollte, hielt ich tapfer die 40-Kilometer-Strecke durch, die er für eine gute Trainingsstrecke hielt. In den darauf folgenden Tagen bekam das Wort „Muskelkater“ für mich eine völlig neue Bedeutung. Und in den darauf folgenden Wochen verspürte ich nicht mehr die geringste Lust, mich auf das Marterinstrument zu setzen, das sich hierzulande Fahrrad nennt.

Auch im Sport gilt die „Päckchen“-Regel: Je größer die Päckchen, desto geringer die Motivation, sie in Angriff zu nehmen.

Für einen Nicht-Sportler ist eine Radstrecke von 35 Kilometern demotivierend lang. Teilt er sie jedoch auf sieben Tage auf, bleiben ihm täglich nur noch fünf Kilometer – und die sind auch von Anfängern zu bewältigen.

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