Zeit sparen, in Form bleiben

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Kleine und große Berge

Wer eine so komplexe Aufgabe vor sich hat, wie Haushalt, Arbeit und Kinder ganz allein unter einen Hut zu bringen, kann zu Anfang kaum abschätzen, wie viel Zeit eine Teilaufgabe in Anspruch nimmt. Das alte Sprichwort „Arbeit läuft nicht weg“ trifft zwar zu, wenn Sie das jedoch zu Ihrer Devise machen, werden Sie lange brauchen, bis Sie Ihre Aufgaben in den Griff bekommen haben.

Anfangs neigte ich dazu, mich den Arbeiten zu widmen, die ich besonders gern erledige, und die weniger geliebten Arbeiten zu vernachlässigen. Das führte dazu, dass sich letztere zu hohen Bergen auftürmten.

Aber irgendwann mussten auch diese Arbeiten erledigt werden. Und weil ich ihnen vorher keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, zogen sie dann über mehrere Tage meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich, was diese Aufgaben aber auch nicht beliebter machte. Wenn man sieben Waschmaschinenfüllungen hintereinander gewaschen, aufgehängt, abgenommen, gebügelt und zusammengelegt hat, kann man erst einmal keine Wäsche mehr sehen. Und lässt den nächsten Wäscheberg anwachsen.

Die einzige Chance, sich selbst zu motivieren, solche ungeliebten Aufgaben anzupacken, besteht darin, sie in erträgliche kleine Pakete zu zerlegen. Wenn Sie täglich drei Mahlzeiten zu sich nehmen, sind das 21 Mahlzeiten pro Woche. Sie könnten eine Menge Zeit sparen, wenn Sie sich vornehmen, alle 21 Mahlzeiten an einem einzigen Tag zu essen. Sie könnten danach für den Rest der Woche Ihrer Arbeit ohne Unterbrechung nachgehen.

Selbst, wenn Sie sich die verlockendsten Lieblingsgerichte ausmalen, dürfte Ihnen bei diesem Vorschlag schlecht werden.

Nun ist das Essen nicht einmal eine Arbeit, sondern, wenn die Mahlzeiten schmackhaft zubereitet sind, ein Vergnügen. Das gleiche Prinzip gilt für alle Arten von Arbeit: Wenn die Portionen zu groß werden, wird einem schlecht davon. Im Laufe der Zeit gelang es mir, viele Arbeiten in erträglich große Päckchen zu zerlegen. In unserer Familie fällt beispielsweise so viel Wäsche an, dass wir pro Woche fünf Waschmaschinenfüllungen zusammen bekommen. Diese Menge hätte sich an einem Waschtag pro Woche bewältigen lassen. Stattdessen waschen wir werktäglich nur eine Waschmaschinenfüllung. Der Vorteil: Klappt es an einem Tag nicht, geraten wir nur mit einer Füllung in Rückstand. Fiele jedoch ein „Großwaschtag“ ins Wasser, gerieten wir in echte Schwierigkeiten.

Nach dem gleichen Prinzip lässt sich eigentlich jede Arbeit in erträglich kleine Häppchen zerlegen.

Zu klein dürfen sie aber auch nicht sein, sonst ist die Versuchung groß, die „Kleinigkeit“ aufzuschieben – bis sie doch wieder Teil eines unappetitlich großen Stapels geworden ist.

Meine persönliche „Stapelverarbeitung“ nehme ich mit Hilfe eines Zeitplaners vor, in den ich für jeden Tag die zu erledigenden Aufgaben eintrage, und zwar sowohl berufliche als auch private. Erledigte Aufgaben hake ich ab, und wenn ich eine Aufgabe nicht erledigen konnte, übertrage ich sie in die Aufgabenliste des nächsten Tages.

Im Laufe der Zeit werden die meisten Aufgaben zur Routine, dann brauchen Sie den Zeitplaner nicht mehr. Aber bis dahin leistet er wertvolle Dienste.

Seien Sie aber nicht zu streng mit sich selbst, was das Einhalten Ihrer Termine und Aufgaben betrifft. Sie sind keine Maschine, und wahrscheinlich auch kein Berufssoldat (falls doch, ist Ihre militärische Disziplin allerdings ausnahmsweise ein echter Vorteil).

Techniken aus der Wirtschaft

Wer arbeitet wie ein Manager, kann sich auch gleich ein paar Arbeitstechniken aus der Wirtschaft abschauen. Mir fiel erst im Nachhinein auf, dass es im Business Namen für zwei wichtige Techniken gibt, die sich auch in der Organisation eines Eineltern-Haushaltes bewähren.

Da ist zunächst das „Just-in-time“-Verfahren, mit dessen Hilfe die Industrie vor allen Dingen Lagerkosten spart. Beim Thema „Bügeln“ haben wir dieses Verfahren bereits erwähnt. „Just in time“ bedeutet „genau zum richtigen Zeitpunkt“. Eine Mahlzeit zu kochen, die gleich anschließend verspeist wird, ist eine Just-in-time-Produktion. Auch verderbliche Lebensmittel sollten Sie besser „just in time“ einkaufen, damit sie Ihnen nicht vergammeln.

Das Just-in-time-Verfahren ist in erster Linie eine Entlastungstechnik, die ich in der ersten Zeit nach der Trennung eingesetzt habe: Ich tat nur das, was nötig war, und nur dann, wenn es nötig war. In Zeiten, in denen es drunter und drüber geht, greife ich auch heute noch auf diese Technik zurück.

Wenn Sie Ihre Aufgaben, wie oben beschrieben, mit einem Zeitplaner bewältigen, können Sie einzelne Teilaufgaben als Just-in-Time-Aufgaben definieren, und von Tag zu Tag bewerten „Ist es jetzt nötig, diese Aufgabe zu erledigen?“ Wenn ja, tun Sie’s, wenn nein, übertragen Sie die Aufgabe auf den nächsten Tag.

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