Zeit sparen, in Form bleiben

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Als Dirk mit den beiden Hunden den kleinen Hügel hinauf geht, tritt ihm Schweiß auf die Stirn. Ein anderer Spaziergänger, in die entgegengesetzte Richtung unterwegs und noch 50 Meter entfernt, kann deutlich beobachten, wie sich Dirks Brustkorb hebt und senkt. Als sie sich begegnen, grüßen sich die beiden. Obwohl dem Spaziergänger kein Name einfällt, ist er sicher, dass er den Mann mit den Augenringen kennt.

In letzter Zeit sieht er den Mann mit den Augenringen nur noch ein oder zwei Mal in der Woche. Wenn Dirk dazu Zeit findet, mit den Hunden spazieren zu gehen, dann muss er sich jedes Mal mehr überwinden. Oft schickt er die Hunde nur kurz in den Garten und holt sie nach ein paar Minuten wieder ins Haus. „Keine Zeit“, sagt er sich dann und schaltet den Fernseher ein.

Ich war in einen Teufelskreis geraten. Beruf, Haushalt, Kinder und was täglich noch so anfiel nahmen einen großen Teil meiner Zeit und einen noch größeren Teil meiner Kraft in Anspruch. Und wenn ich am Abend einigermaßen erschöpft war, ging ich den Weg des geringsten Widerstandes und sparte Zeit und Kraft da, wo ich sie am leichtesten sparen konnte: Ich verzichtete auf den Spaziergang mit den Hunden, ich verzichtete auf die Radtouren, die ich früher geliebt hatte, und wenn ich mich am Tag nicht richtig konzentrieren konnte, verzichtete ich auch auf Schlaf und arbeitete bis in die Nacht.

Nur auf eines verzichtete ich nicht: Auf regelmäßige Mahlzeiten. Ich sorgte ja ohnehin für eine warme Mahlzeit pro Tag, und auch bei den anderen beiden Mahlzeiten langte ich zu.

Die Folgen waren höheres Körpergewicht, erhöhte Anfälligkeit für Erkältungen, geringere körperliche Belastbarkeit und geringeres Konzentrationsvermögen. Die gesunkene Belastbarkeit führte dazu, dass ich kaum noch den Willen zu körperlicher Aktivität aufbrachte, das gesunkene Konzentrationsvermögen zwang mich, immer länger zu arbeiten, um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. Ich war kurz davor, auszubrennen.

Der Höhepunkt war erreicht, als mich eine Grippe derart umwarf, dass ich zwei Tage und Nächte nicht aus dem Bett kam und die Kinder komplett für sich selbst sorgen mussten. Bis dahin hatte mich eine Grippe noch nie so mitgenommen. Diese Grippe sagte mir „Du musst etwas ändern“, aber bis ich tatsächlich dazu kam, vergingen noch einige Wochen.

Eine der größten Schwierigkeiten, mit denen allein erziehende Väter zu kämpfen haben, ist der Zeitmangel. Wer sowohl materiell als auch in jeder anderen Hinsicht für seine Kinder sorgen muss, hat naturgemäß einen engen Zeitplan – oder überhaupt keinen. Als ich mich fragte, wann ich mir denn Zeit für meine Gesundheit nehmen könnte, entdeckte ich, dass ich bis dahin mein „neues“ Leben reichlich planlos angegangen war. Ich wusste natürlich, was zu tun war, und ich tat es auch, aber ich sortierte die Tätigkeiten nicht. Wenn die Nahrung knapp wurde, ging ich einkaufen; wenn die Wäsche knapp wurde, wusch ich; wenn ich die Unordnung nicht mehr ertragen konnte, räumte ich auf.

Trotz aller Arbeitsteilung taten sich zwischen den einzelnen Notwendigkeiten immer nur winzige Lücken auf, zumal ich tagsüber die meiste Zeit mit dem Broterwerb beschäftigt war.

Nun habe ich das Glück, freiberuflich und überwiegend von zu Hause aus arbeiten zu können, und daher meine Arbeitszeit weitgehend frei einteilen zu können. Im Grundsatz funktioniert die Lösung, die ich gefunden habe, aber auch, wenn Sie einen Job mit festen Arbeitszeiten haben.

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