Finanzen im Keller – was nun?

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Björn will sich die Haare schneiden lassen, und für seinen Vater wird es auch mal wieder Zeit. In der Nähe des Frisörladens ist eine Sparkassen-Filiale, in der Dirk Geld abheben will. Doch der Automat entschuldigt sich: „Ihr Konto weist derzeit nicht die erforderliche Deckung auf.“ Mitten im Monat am Ende des Geldes, dabei erwartet Dirk mehr als 2000 Euro vom Finanzamt. Einen beleihbaren Steuerbescheid hat er aber noch nicht. Dieses Problem löst Dirk mit einem Kartentrick. Der kann aber auch ins Auge gehen…

Als ob ich nicht schon genug Probleme gehabt hätte, und trotz meiner Bemühungen beim Einkaufen ging mir nach relativ kurzer Zeit das Geld aus. Ich war – und bin es noch – selbständig. Psychische Verfassung und zeitliche Belastung machten es mir unmöglich, auch nur annähernd so viele Aufträge abzuwickeln wie zuvor.

Es scheint die Regel zu sein, dass bei frisch gebackenen Neu-Singles die Finanzen aus dem einen oder anderen Grund in den Keller gehen. Der Dispo-Kredit war bei mir schneller ausgeschöpft, als ich es für möglich gehalten hätte. Und das, obwohl ich – gemessen an den abgewickelten Aufträgen – immer noch genug Geld hätte haben müssen. Aber zu allem Überfluss war auch die Zahlungsmoral meiner Kunden in den Keller gegangen.

Dem allgemeinen moralischen Verfall musste ich etwas entgegen setzen. Zum Sozialamt wollte ich nicht und – mangels einer aktualisierten Buchführung – hätte ich dort auch schlechte Karten gehabt.

Wer geht, zahlt

Ich hatte das Glück, in dieser Zeit einen alten Schulfreund wieder zu treffen, der inzwischen als Anwalt arbeitete. Sein Spezialgebiet war zwar Steuerrecht, aber als ich ihm von meiner Situation erzählte und sagte, ich hoffe, meine Ex werde mich nicht noch auf Trennungsunterhalt verklagen, da sagte er einen bedeutungsschwangeren Satz: „Hör mal, die muss dir Unterhalt zahlen, nicht umgekehrt. Schließlich hast du ja die Kinder.“

Und ein paar intensive Gespräche später schickte er ein ebenso unfreundliches wie juristisch korrektes Schreiben an meine Ex, mit der Aufforderung, ihre Einkommensverhältnisse offenzulegen und mitzuteilen, wie viel Unterhalt sie freiwillig bereit sei zu zahlen.

Zum letzten Tag der von ihm gesetzten Frist kam die Antwort ihrer Anwältin, die detailliert vorrechnete, ihre Mandantin sei willens und in der Lage, monatlich gut 30 Euro zu zahlen.

30 Euro sind für einen Fünfpersonenhaushalt nun nicht eben die Rettung, aber etwas grundsätzliches lässt sich daraus schon ableiten: Wer seine Kinder sitzen lässt, zahlt, wenn er (oder sie) kann. Das Gesetz bevorzugt nicht etwa, wie häufig behauptet, Frauen, es bevorzugt den, der bei den Kindern bleibt – und das ist auch ganz gut so.

Nur leider lässt das Gesetz denen, die ihre Kinder verlassen, einen relativ hohen Betrag für den eigenen Bedarf. Und deshalb bekamen wir eben nur 30 Euro und waren finanziell keinen großen Schritt weiter.

Das könnte bei Ihnen freilich ganz anders aussehen. Viele nehmen an, mit dem Schritt zum Anwalt werde das Scheidungsverfahren eingeleitet. Und vielleicht sind Sie ja noch nicht so weit. Müssen Sie auch nicht. „Unterhalt“ und „Scheidung“ lassen sich nämlich durchaus trennen, und wenn Sie Unterhaltsansprüche haben, dann haben Sie die auch schon vor der Scheidung. Aber alles weitere lassen Sie sich lieber vom Anwalt ihres Vertrauens erklären – denn Rechtsberater bin ich definitiv nicht. Und noch etwas: Keine falsche Rücksichtnahme. Die Versorgung Ihrer Kinder sollte Ihnen wichtiger sein, als die Gefühle Ihrer Ex.

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