Der harte Weg zum Saubermann

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Saubere Technik?

Die Wirtschaft hat den putzenden Mann längst entdeckt und bietet reichlich Maschinen und Geräte, die Boden- und andere Flächen nahezu von selbst auf Hochglanz bringen sollen. Dampfreiniger, selbstwringende Wischmops, und beutelfreie Staubsauger, die sogar zerbrochenes Glas schlucken: Dem investitionsbereiten technikverliebten Single steht ein ganzer Reinigungs-Fuhrpark zur Auswahl.

Selbst ausprobiert habe ich unter anderem einen Dampfreiniger, von dem ich annahm, er sei ein umweltfreundlicher Ersatz für Eimer, Schrubber und Chemie.

Nun muss man die Umweltfreundlichkeit von Anfang an relativieren: Ein Dampfreiniger verbraucht mehr Strom als der Beuler, mit dem Sie sonst das Putzwasser aufheizen. Ganz ohne Chemie kommt er auch nicht aus, ins Wasser sollte man regelmäßig einen Schuss Entkalker geben.

Maßlos enttäuscht war ich, nachdem ich den Dampfreiniger zum ersten Mal auf unser Badezimmer losgelassen hatte. Zwar wurde alles sauber, dabei aber so streifig, wie ich es sonst nur von meinen allerersten Fensterputzversuchen kannte. Mit einer ähnlichen Wischtechnik, wie ich sie beim Thema „Fensterputzen“ erklärt habe, kam ich auch hier zu brauchbaren Ergebnissen, aber von Zeitersparnis konnte dann keine Rede mehr sein.

Heute wische ich die Böden wieder mit Eimer und Wischmop. Eine echte Erleichterung hat mir ein Aufsatz für den Eimer gebracht, mit dem ich den Mopp zwischendurch auswringen kann, ohne mich zu bücken.

Ganz vergeblich war die Investition in den Dampfreiniger aber auch nicht: Mit etwas Kraftaufwand konnte ich damit grobe Flecken aus unserem Wohnzimmerteppich entfernen, an denen der Glasreiniger bereits gescheitert war. Und auch die Naturholz-Oberfläche des Wohnzimmertisches konnte ich damit erfolgreich von Getränkeflecken reinigen.

Allerdings zerstörte ich den Dampfreiniger drei Monate nach dem Kauf durch ein Missgeschick. Und bis jetzt habe ich nicht das Bedürfnis gehabt, einen neuen anzuschaffen.

Meine ganz persönliche Einschätzung der technischen Saubermänner: Alle wirklich brauchbaren Geräte sind bereits vor längerer Zeit erfunden worden. Und die meisten aktuellen Entwicklungen beruhen eher auf Marketing- als auf Nützlichkeits-Überlegungen.

Wasch-Computer

Ein Computer erledigt die Hausarbeit, wenn Sie die richtigen Knöpfe drücken: Das ist doch der Traum fast eines jeden Mannes. Und die Statistik spricht dafür, dass in Ihrer Wohnung so ein Computer steht. Ihre Waschmaschine.

Die Waschmaschine ist eines jener Geräte, mit dem eine Mehrzahl der Männer auf Kriegsfuß stehen. Unverständlich, denn in kaum einem Haushaltsgerät steckt mehr Technik als in einer Waschmaschine. Ich muss allerdings zugeben, auch ich hätte mich wohl nie näher mit meiner Waschmaschine beschäftigt, wenn es nicht absolut nötig gewesen wäre.

Mein erster Schritt zu sauberer Wäsche war eine Notlösung, die auf Dauer nicht gut gehen konnte. Ich ging in den nächsten Discounter und kaufte einige Großpackungen mit Socken und Unterhosen. Aber mir war schon klar, dass ich auf Dauer nicht um das Waschen herum kommen würde.

Das Ein- und Ausräumen der Waschmaschine war eine der Arbeiten, die unter meinen Kindern rotieren. Aber damit war ich natürlich nicht aus der Verantwortung. Das bekam ich zu spüren, nachdem Selina ihre erste Maschine gewaschen hatte. In der Maschine war auch ein Hemd, das beim Aufhängen ungewöhnlich proportioniert wirkte. Ungewöhnlich war auch das Gefühl, das ich beim späteren Anziehen verspürte. Die Knöpfe brauchte ich erst gar nicht mehr zu schließen, denn schon nach dem Überstreifen riss einer der Ärmel an der Schulter ab.

Damit Ihnen das nicht passiert, arbeiten Sie sich und Ihre Kinder gründlich in die Bedienung der Waschmaschine ein. Das ist wesentlich einfacher, als es aussieht. Denn in jedem Wäschestück findet sich irgendwo ein kleiner Zettel, auf dem eine Temperatur aufgedruckt ist, bis zu der das Wäschestück waschmaschinentauglich ist. Ein durchgestrichenes Waschmaschinensymbol heißt ganz einfach: Waschen Sie dieses Teil nicht in der Waschmaschine. Ich habe es bestimmt fünf Mal versucht, im Schongang, bei niedriger Temperatur, mit wenig Waschmittel, mit zusätzlichem Wasser… immer mit dem Ergebnis, die unschuldigen Opfer anschließend entsorgen zu müssen.

Faustregel: Wenn Sie selbst in einer Position arbeiten, in der es erforderlich ist, derart edle Kleidung zu tragen, verdienen Sie auch genug Geld, um diese Kleidung in die Reinigung zu bringen.

Doch zurück zur Waschmaschine. Bevor wir die das nächste Mal einschalteten, teilten Selina und ich die Wäsche gemeinsam in mehrere Stapel, einen für jeden Temperaturbereich. Kleidung mit besonders kräftigen Farben sortierten wir zusätzlich so, dass ähnliche Farben zu einem Stapel zusammengefasst wurden. Das dauerte Anfangs eine ganze Weile, aber der Lerneffekt war ganz enorm.

Immer wenn der nächste mit dem Waschen an der Reihe war, wiederholten wir diese Übung, bis jeder gelernt hatte, nach welchen Kriterien Wäsche zu sortieren ist. Und dann übten wir die Bedienung der Waschmaschine.

Es hat natürlich wenig Sinn, an dieser Stelle zu beschreiben, wie meine Waschmaschine bedient wird, denn Ihre hat wahrscheinlich andere Knöpfe und Funktionen. Aber ein paar grundsätzliche Erkenntnisse teile ich gern mit Ihnen: