Schluss mit den guten Vorsätzen: Warum auch die besten Absichten nicht ausreichen

Alle Jahre wieder schlägt die Stunde der Absichts-Erklärer: Wenn das neue Jahr in greifbare Nähe rückt, geht so manchem durch den Kopf, was er in Zukunft gern ändern würde: Weniger arbeiten, mehr Zeit mit den Kindern verbringen, abnehmen, mehr Sport treiben… Doch egal, wie lautstark jemand seine guten Vorsätze verkündet, oft wirft er sie über Bord, noch bevor der Januar vorbei ist.

Wenn gute Vorsätze nicht in die Tat umgesetzt werden, hat das meist gleich mehrere Gründe. Im Rückblick auf immerhin über 40 Jahreswechsel kann ich allerdings einen Hauptgrund ausmachen: Auch wenn ich sie verkündet hatte, waren es doch nicht immer meine guten Vorsätze, sondern die Tipps, Empfehlungen oder Wünsche von Menschen, die besser als ich zu wissen schienen, was gut für mich war: Den ganzen Beitrag lesen

Von wegen erwachsen: Gericht verlangt „Erziehungsmaßnahmen“ bei erwachsener Tochter

Böses Mädchen! Nein, nicht meine Kleine, die ist ja auch erst 16. Aber die erwachsene Tochter eines Vaters, der sich vor dem Landgericht Düsseldorf zu verantworten hatte und verurteilt wurde. Eine strafbare Handlung kann ihm zwar nicht nachgewiesen werden, aber offenbar hat seine Tochter das Album eines Rappers über die Tauschbörse „Edonkey“ zum Download angeboten. Seine erwachsene (!) Tochter. Trotz Volljährigkeit der jungen Frau mit dem verirrten Musikgeschmack hatte das Gericht „Sicherungs- und/oder Erziehungsmaßnahmen“ erwartet, die der Vater zu verhängen versäumt hatte.

Erziehungsmaßnahmen bei einer volljährigen Tochter? Nun ja, ohne ausdrückliche Zustimmung Ihrer volljährigen Kinder dürfen deren Lehrer Ihnen am Elternsprechtag nicht einmal verraten, ob die Versetzung gefährdet ist. Auch der fehlgeleitete Musikgeschmack dürfte dem Vater nicht anzulasten sein, den bringt die Pubertät nun einmal mit sich – wobei ich persönlich es bei meinen Großen zumindest durchsetzen konnte, den Krawall während meiner regulären Arbeitszeit auf Zimmerlautstärke zu belassen. Aber um Geschmack geht es in dem Urteil ja auch nicht – sondern um „Erziehungs- und Sicherungsmaßnahmen“. Den ganzen Beitrag lesen

Manchmal ist ’nein‘ die bessere Antwort

Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein! Alles was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

Matthäus 5, 37

Ja-Sager leben bequemer: Sie müssen sich nicht das Gequengel unzufriedener Kinder anhören, werden von Telefonverkäufern und Versicherungsvertretern geliebt, bringen aus dem Orient-Urlaub stets die erlesensten Teppiche mit und besitzen die größten Sammlungen an Zeitschriften-Abonnements, Plastikschüsseln und Nahrungsergänzungsmitteln. Nur drei Dinge drohen, dabei zu verkümmern: Ihr Kontostand, ihr Ego und ihre Kinder.

„Ja“, so predigen Vertreter des positiven Denkens seit Jahrzehnten, ist keine Option, es ist die einzig richtige Antwort. So klug sich die Begründungen für diese These anhören mögen, in der Praxis ist sie völliger Blödsinn. Den ganzen Beitrag lesen

Macht Liebe glücklich?

Wenn man den großen Klassikern glaubt: Nein! Schillers „Kabale und Liebe“, Goethes „Leiden des jungen Werther“, Shakespears „Romeo und Julia“, sie alle enden mit dem mehr oder minder freiwilligen Tod des oder der Liebenden, die so dem Unglück zu entgehen suchen, das die Liebe über sie gebracht hat. Und auch die modernen Volkspoeten sehen das kaum anders: „Love hurts“, wusste die schottische Hardrockband Nazareth, „Altes Arschloch Liebe“ beschimpft Bela B dieses Gefühl, und wohl selten hat einer ein gebrochenes Herz deprimierender in Musik gefasst als James Blunt mit „Goodbye My Lover“.

Liebe kann, wenn sie unerfüllt bleibt oder endet, zutiefst unglücklich machen. Sie raubt den Schlaf, vernichtet die Begeisterung, nimmt dem Leben jede Farbe. Bei mir dauerte es Monate, bei manch anderem sind es Jahre, bis Körper und Seele sich erholen.

„Such dir doch wieder eine Freundin“ – diesen Rat musste ich mir bereits kurz nach der Trennung von vielen Seiten anhören. Wie kommt es, dass Menschen, die es gut mit einem meinen, dennoch solche Ratschläge geben? Vielleicht, weil sie wissen, dass Liebe eben doch glücklich macht. Nicht für die Ewigkeit vielleicht, aber für den Augenblick, manchmal sogar für viele Jahre. Nicht immer verhindern Intrigen und Standesdünkel die Beziehung, wie es Schiller beschreibt, nicht immer bleibt das Sehnen des Herzens unerhört, wie bei Goethe, und dass eine große Liebe mit gemeinsamem Suizid endet, ist dann doch wirklich die große Ausnahme.

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Ignorierte Signale: Wenn der Körper Alarm schlägt

„Kopfschmerzen? Das ist bestimmt ein Hirntumor!“ Wer dazu neigt, solche Schlüsse zu ziehen, angesichts eines eingeschlafenen Fußes an Amputation denkt und „Sommersprossen“ für einen beschönigenden Ausdruck für „Hautkrebs“ hält, braucht hier nicht mehr weiter lesen. Viele Männer neigen allerdings zu einem ganz anderen Umgang mit ihrer Gesundheit: „Was micht nicht umbringt, macht mich härter“, denken sie selbst angesichts einer beim Holzhacken halb abgetrennten linken Hand, und wegen ein paar Bauchschmerzen zum Arzt zu gehen, käme ihnen nie in den Sinn.

Ein paar Bauchschmerzen – die hatte ich im Sommer diesen Jahres. Es war ein Sonntag, als sie begannen, und es war Dienstag, als ich mich entschied, meinen Arzt deshalb zu konsultieren. Es war immer noch Dienstag, als ich auf dem OP-Tisch lag und ein Chirurg mir meine akut entzündete und bereits dünnwandig gewordene Gallenblase entfernte. „Hätten Sie sich noch ein paar Tage Zeit gelassen, hätten Sie gar nicht mehr kommen brauchen“, musste ich mir später anhören.

In der Tat ist die Gallenblase ein tückisches Organ: Den ganzen Beitrag lesen

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